Ist Detox mehr als eine Mode?

Hinter Detox stecke ein religiöses Motiv, schreibt Ernährungswissenschaftlerin Christine Brombach. Es bringe aber eigentlich nichts. Sie empfiehlt vielmehr, zu fasten. Philippe Zweifel vom Tages-Anzeiger hat mit Christine Brombach gesprochen. Daraus ist ein sehr lesenswertes Interview entstanden, das sie hier als PDF herunterladen können.

Im Interview sagt Brombach, der Begriff Detox lege nahe, dass es im Körper irgendwelche giftige Ablagerungen gebe. Manchmal höre man auch das Wort Schlacke. Beides sei so nicht zutreffend. Stoffe, die für den Körper nicht gesund seien, gebe es natürlich. Schadstoffe wie z.B. Alkohol würden aber über die Leber abgebaut, wobei ein Selleriecocktail den Prozess nicht beschleunige. Natürlich sei es gesund, solches Gemüse zu verzehren, weil es zum Beispiel gut fürs Immunsystem sei. Man könne generell sagen, dass der Lebensstil zu zwei Dritteln über unsere Gesundheit entscheide. Ein Drittel seien aber die Gene.

Wer zu viel Süsses gegessen hat, sagt seinen Freunden, er habe gesündigt. Und wer trotz übermässigem Essenskonsum oder Trinkverhalten schlank bleiben will, muss büssen, heisst es. Dies zeigt, gemäss Brombach, schon die Nähe solcher Theorien zum Religiösen. Detox steht dabei für das Reine und wirke „wie eine innere Dusche“ oder einen Sündenablass eben. Hinter dem Detoxen stehe auch eine Art Sinnsuche. „Im Essen und im ritualisierten Reinigen übers Essen sehen wir eine Erfüllung von unseren Lebensvorstellungen. In nur marginal versorgten Gesellschaften wird nicht gedetoxet, da geht es um die biologische Bedürfnisbefriedigung und ausreichendes Essen. Die Ernährungsdebatte ist eine Luxusdebatte.“ sagt sie im Gespräch. Deshalb werde es im Alltag extrem schwierig, wenn man Nahrungsmittel zwanghaft in „gesund“ oder „ungesund“ einteile.

Christine Brombach ist Ernährungswissenschaftlerin; sie forscht und lehrt am Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation der ZHAW. Gemäss ihrer Forschung bietet im Gegensatz zum Detoxen das Fasten eine echte Chance, sich mit seinen Ernährungsgewohnheiten neu zu orientieren. Allerdings werde der Körper auch beim Fasten nicht „entgiftet“, sondern stelle sich einfach auf die eigenen Ressourcen um, weil keine Energie durchs Essen mehr zugeführt werde, sagt sie im Interview.

Wenn Sie mehr wissen möchten über die positiven Effekte und die verschiedenen Formen des Fastens, dann sollten Sie das ganz Tages-Anzeiger-Interview mit Christine Brombach hier als PDF herunterladen.

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