Alltagskleidung im Spital macht rascher gesund

Ist es wirklich so einfach, wie das Pflegeteam im Universitätsspital Nottingham (England) glaubt? Wer im Spital weniger im Bett liegt und sich bald wieder in Alltagskleidung stürzt, statt im Spitalnachthemd durch die Gänge zu schleichen, soll schneller gesund werden. Dies jedenfalls verriet kürzlich die stellvertretende Pflegechefin des oben erwähnten Spitals der Nottingham Post: «Wir wissen, dass PatientInnen, die in ihren Pyjamas oder Nachthemden bleiben, höhere Infektionsrisiken haben; sie verlieren Fitness und Kraft, und ihr Aufenthalt verlängert sich.»

Darum werden in Nottingham nun die Patienten von den Pflegeteams dazu ermutigt, Alltagskleidung zu tragen. Das heisst konkret: Wenn immer möglich sollen die PatientInnen in Akutspitälern normal gekleidet sein – keine Nachthemden oder Pyjamas. Und sie sollen aufstehen, herumgehen, aktiv sein, etwas tun oder zumindest sitzen statt liegen.

Mittlerweile haben sich gemäss dem Online-Magazin medinside, mehrere Krankenhaus-Gruppen des englischen Gesundheits-Systems (NHS) der Aktion angeschlossen: Mit der Kampagne «End PJ Paralysis» sollen die PatientInnen von Akutspitälern zu mehr Aktivität veranlasst werden.

Im erwähnten Bericht heisst es weiter: «Nun soll sich die Sache weltweit verbreiten. Die NHS-Pflegefachleute haben unter dem Hashtag #endPJparalysis eine Social-Media-Kampagne lanciert, damit auch andere Spitäler und Institutionen mitmachen.»

Dass Bettruhe zum Gesundheitsproblem werden kann, ist seit längerem bekannt und wurde in der Forschung schon seit Jahrzehnten beschrieben – wie ein Artikel im BMJ ausführt. In der Geriatrie weiss man, dass schon wenige Tage der Bettlägerigkeit die Muskelkraft deutlich vermindern.

Und trotzdem sei das Thema auch für die Schweiz aktuell, schreibt medinside: «Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der stationären Patienten beträgt in den englischen Spitälern 6,9 Tage; sie ist also jetzt schon spürbar tiefer als in der Schweiz,  wo der Wert bei gut 8 Tagen liegt

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