Alle reden von Frühjahrsmüdigkeit

Müdigkeit ist eine natürliche Reaktion des Körpers; sie ist jeweils im Frühling besonders aktuell. Wer sich müde fühlt, redet dann gerne Frühlingsmüdigkeit. Darunter versteht man eine verringerte Leistungsbereitschaft und Mattigkeit, die viele Menschen im Frühling erleben. Es handelt sich hierbei um keine Krankheit, sondern um eine durch den Jahreszeitenwechsel hervorgerufene Erscheinung. Ihre genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Fest steht, dass der Hormonhaushalt eine große Rolle spielt. Ausserdem fällt es dem Körper schwer, sich nach dem Winter auf die neuen Licht- und Temperaturverhältnisse einzustellen.

Wenn im Frühjahr die Tage länger werden, stellt der Körper den Hormonhaushalt um, es wird verstärkt Serotoninausgeschüttet, die Produktion von Melatonin wird hingegen reduziert. Diese Umstellungen belasten den Körper stark; er reagiert mit einem Müdigkeitsgefühl. Des Weiteren schwanken die Temperaturen während des Frühlings meist stark. Bei steigenden Temperaturen sinkt außerdem der Blutdruck durch das Weiten der Blutgefäße bei warmem Wetter, was zusätzlich ermüdend wirken kann. Wer sich also jeweils mit Beginn des Frühlings jeweils etwas müder und schlapper fühlt, hat noch lange keinen Grund, einen Arzt aufzusuchen.

Müdigkeit signalisiert meist einfach, dass wir Ruhe, Erholung oder Schlaf brauchen. Manchmal kann Müdigkeit jedoch auch Zeichen einer Erkrankung sein. Wenn Sie sich anders als früher ohne grössere Anstrengung ständig müde und abgeschlagen und dadurch ihren alltäglichen Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlen, ist es ratsam, dass Sie sich für eine Abklärung an Ihre Hausärztin zu wenden.

Ein Arztbesuch ist grundsätzlich anzuraten, wenn die Müdigkeit über längere Zeit anhält, für Sie nicht erklärbar ist und Sie daran hindert, ihren alltäglichen Anforderungen nachzukommen. Häufige Müdigkeit kann Anzeichen für eine zugrunde liegende Krankheit sein, insbesondere wenn Sie zusätzlich noch weitere Symptome aufweisen wie Nachtschweiss, Blut im Stuhl, geschwollene Lymphknoten oder ungewöhnlich grossen Durst. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Ursachen der Müdigkeit mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch ergründen, wird Sie nach den Symptomen fragen und nach Ihrer Lebenssituation, nach Dauer und Verlauf der Müdigkeit und nach Ihren Schlafgewohnheiten.

Möchten Sie mehr wissen über Müdigkeit und deren möglich Ursachen, so können Sie hier das mediX-Gesundheitsdossier „Müdigkeit“ als PDF herunterladen.

Was kann man für guten Schlaf tun?

Schlafen ist lebenswichtig. Wer über längere Zeit hinweg nicht gut schläft, schadet seiner Gesundheit. Rund jeder vierte Erwachsene in Industrieländern leidet unter Schlafstörungen. Und doch: nicht jede vorübergehende Schlafstörung Grund für Besorgnis. Die meisten Erwachsenen schlafen zwischen sechs und acht Stunden pro Nacht. Im Alter nimmt der Schlafbedarf etwas ab. Das Kennzeichen eines «guten» Schlafs ist daher weniger seine Dauer als die Feststellung, ob man sich am nächsten Morgen ausgeruht und leistungsfähig fühlt.

Es gibt viele Formen von Schlafstörungen

Am häufigsten sind Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Seltener,  aber weitaus belastender sind

  • die Tagesschläfrigkeit, bei der sich die Betroffenen darüber beklagen, dass sie am Morgen grosse Schwierigkeiten haben, wach zu werden
  • das Restless-legs-Synrom, bei dem die Betroffenen abends unter quälenden Empfindungen der Beine, Bewegungsdrang und Einschlafstörungen leiden
  • das Schlaf-Apnoe-Synrom, bei dem wiederholte, nächtliche Atempausen zu einem unterbrochenen, nichterholsamen Schlaf führen
  • die Narkolepsie, bei der Betroffene über heftige Schlafattacken am Tag, Einschlafhalluzinationen, kurzdauernde Aufwachlähmungen und teilweise über anfallsartige Muskelschwäche klagen

Bei Erwachsenen, selten, aber sehr störend sind ausserdem Schlafstörungen wie das Schlafwandeln, Albträume, Angstanfälle im ersten Drittel der Nacht ohne Wachwerden oder Zähneknirschen und Schreien im Schlaf.

Wann sollte man mit Schlafstörungen zur Hausärztin?

Gelegentliche Schlafstörungen übereinige Tage sind normal und bedürfen keiner Abklärung. Häufige Ursachen sind Ärger, Probleme, Stress z.B. vor einer Prüfung, nach einem Streit, Aufregung vor einer Reise oder eine ungewohnte Schlafumgebung. Ihre Hausärzten sollten Sie aufsuchen, wenn

  • eine Schlafstörung über mehrere Wochen besteht und andauernd auf das Gemüt schlägt: Reizbarkeit, Ärger und Angst vor der kommenden Nacht.
  • die Schlafstörung starke Tagesmüdigkeit und/oder Schlafattacken in unpassenden Situationen verursacht.
  • Sie unter andauernder Tagesmüdigkeit leiden, die Ihre Leistung beeinträchtigt.
  • Sie schwerwiegende psychische Gründe (Ängste, Depressionen) als Auslöser vermuten.
  • körperliche Beschwerden (z.B. Muskelzuckungen, Atemnot, starkes Schnarchen) die Ursachen sind.

Einfache Regeln für einen gesunden Schlaf

Günstige Schlafgewohnheiten können den guten Schlaf entscheidend fördern. Erst die regelmässige Befolgung führt aber zu einer spürbaren Schlafverbesserung. Um eingefahrene Verhaltensweisen zu verändern braucht es aber viel Geduld. Wer diese selbst nicht aufbringt, hat vielleicht unter hausärztlicher Begleitung mehr erfolg.

 

Bei neu aufgetretener Schlaflosigkeit helfen die folgenden einfachen Regeln oft, die Beschwerden ganz zu überwinden. Auch bei langjährigen Insomnien profitieren viele PatientenInnen davon, auch wenn ein komplettes Verschwinden der Schlafprobleme in diesen Fällen selten ist:

  • Schlafrestriktion: keine angestrengten Einschlafversuche, am Morgen nicht liegen blieben, keinen Mittagsschlaf
  • regelmässige Einschlaf- und Aufwachzeiten
  • Bett und Schlafzimmer sind zum Schlafen da
  • regelmässige sportliche Betätigung, aber nicht weniger als 4 Stunden vor dem Schlafen
  • keinen Kaffee, keinen Schwarztee nach 14 Uhr
  • keinen Alkohol als Einschlafhilfe, nicht rauchen (v.a. nicht während der Nacht)
  • kein helles Licht (auch kein Laptop, Tablet, Handy), keinen Lärm
  • bei Gedanken an Probleme (Grübeln, Gedankenkreisen), Konzentration auf etwas Positives, etwas Beruhigendes lenken, eventuell lesen.

Möchten Sie sich umfassend über Schlaf und Schlafstörungen informieren, dann laden Sie hier das mediX-Gesundheitsdossier „Schlaf und Schlafstörungen – Was man selbst für einen guten Schlaf tun kann“ als PDF herunter.

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